2041 St.Winterzürich | M.L. Hagmann


Kapitel 20 - Danach

 

Dany erwachte. Die Sonne schien und blendete ihn. Neugierig schaute er sich um. Er sah Allegra und fragte: „Sind wir tot?“

Allegra lächelte und sagte: „Nein, nein. Beruhige dich. Es ist alles in Ordnung, wir leben.“

Dany schaute sich weiter um und realisierte, dass er sich im Wochenhaus der Basols auf dem Bodensee befand. Er lag auf einem Sofa, gleich neben dem Esszimmer.

Er richtete sich auf. Es fühlte sich an, als hätte er lange geschlafen, doch nun war er ausgeruht und aussergewöhnlich fit.

„Wir leben!“, rief er und umarmte Allegra minutenlang.

Dany: „Wo ist Mila?“

„Sie ist in einem der Gästezimmer und schläft noch. Es wird ihr wieder gut gehen, mach dir keine Sorgen.“, sagte sie und erkannte Danys Erleichterung.

„Du musst was essen.“, fügte sie an und zog ihn auf die Terrasse, wo der Tisch schon gedeckt auf sie wartete.

Dany: „Hattest du wirklich vor, Levon zu heiraten?“

Allegra: „Aber nein. Du hast an jenem Tag nicht einmal mit mir gesprochen. Sie haben eine Projektion benutzt. Du erinnerst dich bestimmt, dass du mich nicht angefasst hast. Zu dem Zeitpunkt, war ich schon nicht mehr bei Bewusstsein.“

Allegra nahm einen Schluck Wasser.

Allegra: „Du erinnerst dich, als ich Bericht zu erstatten hatte und völlig aufgelöst zurückkam?“

Dany: „Ja natürlich.“

Allegra: „Sie hätten damals fast herausgefunden, worin das Moonaspace-Projekt wirklich besteht. Darum habe ich mich danach auf die Suche nach Beweisen gemacht. Auch Levon machte sich grosse Sorgen deswegen. Er wusste, dass nicht mehr viel Zeit übrig blieb, um mich zu heiraten. Die Hochzeit war seine einzige Möglichkeit, in unsere Kreise zurückzukehren. Wenn sie wussten, was Moonaspace wirklich machte, nützte es ihm nicht mehr viel, mich, Dionys Tochter, zu heiraten. Als Druckmittel hat Levon mich als Verbinder vorgeschlagen. Er hat nicht damit gerechnet, wegen dieser Frechheit entlassen zu werden – doch eigentlich spielte es für seinen Plan keine Rolle. Er erpresste meinen Vater, sollte er nicht dafür sorgen, dass ich ihn heirate, wollte er allen verraten, was Moonaspace wirklich machte um so ihre Gunst wieder zu erlangen. Er wollte dich dafür einspannen, alles zu entlarven. Er wusste dass du alles veröffentlichen würdest, wenn du erfahren hättest, dass ich als Verbinder deklariert worden wäre. Mein Vater versuchte darauf hin ein letztes Mal mit mir zu sprechen, damals, als er unangemeldet bei mir auftauchte und wir noch miteinander telefonierten. Er hat nach unserem Gespräch verstanden, dass er mich nicht umstimmen kann. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht alles über Moonaspace, also stellte ich ihn zur Rede. Er versuchte verzweifelt sich raus zu reden, bis er schliesslich einfach ging. Zu diesem Zeitpunkt hatte Levon keinen Nutzen mehr für meinen Vater, da ich Levon nie heiraten würde, also liess er Levon beseitigen. Für mich hatte er auch keine Verwendung mehr, da ich in seinem Plan nicht mitspielte und kurz davor stand, herauszufinden was Moonaspace wirklich machte, daher liess er mich via Moonaspace verschwinden.“

Dany erkannte, wie schwer ihr das Bewusstwerden fiel, keinen Wert für ihren Vater mehr gehabt zu haben.

 

Dany: „Was ist mit all den extrahierten Menschen passiert? Was ist mit dir passiert?“

Allegra: „Die Menschen im Lager hatten keinen Herzschlag, wie du weisst. Doch es waren Menschen, die ein Jahr dort gelagert wurden für den Fall, dass sie dennoch reaktiviert werden mussten. Sie schienen tot, aber mussten doch wiederbelebt werden können. Ich weiss nicht was mit ihnen passieren sollte. Ich habe auch keine Erinnerung an die Zeit, während der ich nicht bei Bewusstsein war. Ich habe sie gefragt, doch es gibt eine Nachrichtensperre darüber.“

Dany: „Du erwähnst es immer wieder: Sie, Ihnen... Wer ist das?“

Allegra antwortete nicht.

Dany: „Und wie konnte ich überleben? Ich habe die gleiche Droge genommen wie Sarah. Ich müsste tot sein!“

Allegra: „Als du bewusstlos warst, hast du ihnen über Moonaspace Bericht erstattet, also konnten sie dir und Mila das Gegenmittel geben. Sie können fast alles.“

Dany: „Aber, wer sind Sie?“

Allegra: „Nennen wir sie, die unsichtbare Krone.“

Dany: „Gehört die unsichtbare Krone den Délierres?“

Allegra: „Woher kennst du diesen Namen?“

Dany: „Nachdem ich die Droge genommen hatte, erschien mir ein Gesicht. Ich konnte nicht sprechen, doch ich glaube, dass es mir trotzdem gelang, ihr alles mitzuteilen. Sie sagte darauf, dass die Délierres sich darum kümmern werden.“

Allegra: „Nun - ja sie tragen die unsichtbare Krone.“

Dany: „Wer ist das? Was machen die?“

Allegra: „Wir haben jetzt die Chance, das Leben zu führen, das wir uns immer wünschten und uns vorgestellt haben. Dionys ist spurlos verschwunden und ich habe keine Verpflichtungen mehr gegenüber meiner Familie. Wir müssen uns nicht mehr um die Konsequenzen des Moonaspace-Projekts bekümmern, das machen die Délierres. Wenn ich dir deine Frage beantworte, verändert das alles. Ich kann dir nicht von den Délierres erzählen, ich müsste es dir zeigen. Vielleicht wird die Zukunft dann noch besser, vielleicht gibt es danach keine Zukunft mehr für uns beide.“

Dany: „Ich könnte sterben, wenn du es mir zeigst, nicht?“

Allegra: „Ja. Wahrscheinlich würde es unser Leben gravierend verändern und wir könnten nie mehr zurück.“

Dany: „Wie kann ich das entscheiden? Kannst du mir nicht etwas mehr erzählen?“

Allegra: „Unsere Familie dient den Délierres. Sie sind eine höhere Macht. Wie kann ich es dir erzählen, ohne bei dir eine falsche Vorstellung zu erzeugen und dir trotzdem genug verraten, damit du eine Entscheidung treffen kannst? Ich kenne keine unvorbelasteten Worte, die es dir Beschreiben könnten, ohne einen falschen Eindruck bei dir entstehen zu lassen. Sie existieren schon sehr lange, sie sind in alle Ereignisse eingebunden, von denen man weiss. Sie umfassen fast alles. Ihnen habe ich Bericht über Moonaspace erstattet. Mila hat dir sicher von Levons Fähigkeiten erzählt, wie du also siehst, beschäftigen sie sich mit sehr vielem.“

 

Die Basols waren eine der einflussreichsten Familien der Welt. Dany hatte darüber gelesen, wie Dionys alles von Anfang an aufgebaut hatte. Über die Medien hatte er schon vor der Zeit bei Moonaspace, einen Eindruck vom Einfluss der Basols. Er kannte jetzt die Familie sogar von innen. Moonaspace demonstrierte auf beeindruckende, wenn auch negative Weise, was diese Familie im Stande war zu tun. Dennoch gab es etwas wie die Délierres, die über ihnen standen. Es faszinierte ihn, denn er sah die Möglichkeit, Antworten zu finden, vielleicht sogar an etwas mitzuarbeiten – wenn er Allegra darum bat, ihm die Welt der Délierres zu zeigen. Es reizte ihn, gleichzeitig machte es ihm Angst – in Anbetracht dessen, was grosser Einfluss bei Moonaspace ermöglichte. Zudem gab es da dieses wundervolle Leben mit Allegra, das auf ihn wartete.

Wie konnte er sich entscheiden? Er entschied, vorerst noch abzuwarten und vertraute darauf, zu gegebener Zeit die richtige Entscheidung zu treffen.

 

 

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