2041 St.Winterzürich | M.L. Hagmann


Kapitel 11 - Wintereinbruch

 

Der Himmel wurde immer dunkler und plötzlich wehte ein heftiger Wind. Die Flösse trieben so schnell es eben ging, dem Ufer zu. Dann fielen die ersten Schneeflocken vom Himmel und es herrschte eine Aufregung auf den Flössen. Die Wetterpropheten hatten sich mit dem Saisonbeginn verrechnet und es gab noch vieles zu erledigen vor den kalten Monaten. Dany kam die Aufregung gerade recht. Sobald sie von Bord gingen, hatte er alle Hände voll zu tun, dabei zu helfen, die Hütten winterfest zu machen. Allegra half beim hektischen Zusammenräumen der Vorräte fürs Baumhaus über dem Marktplatz, um sich abzulenken. Wie Mila später berichtete, gab sich Allegra zwar Mühe und alle mochten sie, allerdings stellte sie sich nicht allzu geschickt bei der Arbeit an.

Die Flocken fielen immer zahlreicher vom Himmel und die Temperatur sank weit unter Null. Nun gab es aus der Kommune definitiv kein Entkommen mehr, alles war zugeschneit.

 

Dany kehrte zurück zum Marktplatz. Die Bewohner hatten gerade begonnen, die Hängebrücken abzubrechen, um sie vor dem Gewicht des Schnees zu schützen. Man sagte ihm, Frank sei immer noch da draussen und versuche das Warenlager zu retten, obschon der Sturm immer heftiger tobte. Dany wusste, dass er seinetwegen da draussen war, stellte die Rettung des Lagers doch die einzige Möglichkeit für ihn dar, überhaupt wieder nach Hause zu kommen. Dany musste ihm helfen und rannte als letzter zum hintersten Baumhaus – hinter ihm brachen sie die Hängebrücken ab. Trotz eindringlicher Warnungen entschied sich Dany, das letzte Haus zu verlassen und die wenigen Meter zum Warenlager, am Boden zu Fuss zu gehen. Er sah nichts, alles war weiss und kalt, und er wünschte sich, den Weg besser zu kennen. Allegra, sein Job den er im Begriff war zu verlieren und Frank, den er kaum kannte und der sein Leben für seine Heimreise aufs Spiel setzte, gingen im konstant im Kopf herum, während die Schneeflocken überall auf ihn einschossen. Dany rannte gegen einen Baum und fiel zu Boden. Für einen Moment stellte dies die perfekte Versinnbildlichung seiner Lage dar und er hatte wenig Interesse daran wieder aufzustehen. Ihm war eiskalt. Der Gedanke daran, Frank zu helfen bewog ihn dazu, dennoch einen Versuch zu unternehmen. Mit Schrecken stellte er fest, dass er nicht mehr in der Lage war, seinen Körper zu bewegen. Auf einmal wurde er unglaublich müde.

 

Dany erwachte und sah vor sich ein Feuer. Er schaute sich um und erkannte Frank. Frank hatte ihn gerettet, ohne ihn wäre er eingeschlafen und draussen erfroren. Die beiden befanden sich in einer Ecke der Papierlagerhütte und Dany sah das eingebrochene Dach.

„Wir sind hier eingesperrt und wir müssen warten, bis das Wetter etwas ruhiger wird. Wenigstens haben wir genug Brennvorrat.“, sagte Frank.

„Kann man das Lager noch retten?“, wollte Dany wissen.

„Keine Chance. Wir können das Papier erst raus holen, wenn der Schnee schmilzt. Und dann wird von den Blättern nicht mehr viel übrig sein. Tut mir echt leid.“, sagte Frank.

 

Die beiden beschäftigten sich damit, einen Tunnel durch den Schnee zu graben, der inzwischen etwa fünf Meter lang war.

Es hatte Dany drei Jahre gekostet, sich soweit zu bringen, nicht mehr täglich an Allegra zu denken. Nun hatte er sie für wenige Stunden wieder gesehen und die ganze Woche, in der er mit Frank eingeschlossen war, konnte er bloss an Allegra denken. Dann kam endlich der Tag, an dem Frank den Versuch erlaubte, zu den Baumhäusern am Marktplatz zu gehen. Dany rannte verzweifelt von einem Baumhaus zum nächsten auf der Suche nach Allegra, dann fand er sie endlich im entferntesten Haus.

„Wie geht es dir?“, wollte Dany aufgeregt und ausser Atem wissen.

„Es geht mir gut, jetzt. Aber wie geht es dir? Hast du alles gut überstanden?“, fragte Allegra besorgt.

Dany bestätigte ihr, dass mit ihm alles in Ordnung sei. Mila brachte ihm ein paar Winterkleider und liess die beiden mit einer Tasse Tee alleine. Dany befürchtete das Schlimmste, als er sein m-pate öffnete, das hier im Gegensatz zum Papierlager wieder Empfang hatte. Er checkte seine Mails.

„Alles in Ordnung?“, fragte Allegra.

„Vielleicht sollte ich dich darum bitten, mich mit deinem iD’ ein Zukunftsbild machen zu lassen. Ich könnte etwas Zuversicht gebrauchen, auch wenn sie nur von einem Computer errechnet wird. Ich habe gerade erfahren, dass ich entlassen wurde.“, sagte Dany, zunächst noch bemüht, seiner Lage etwas Witziges abzugewinnen. Ernsthafter fügte er an: „Ich habe immer versucht, vorwärts zu blicken. Ich habe an meiner Zukunft gearbeitet. Ich wollte einen besseren Standard für meine Kinder schaffen. Sie sollten dazu gehören, nicht zu Aussenseitern mutieren, weil sie es sich nicht leisten können, bei irgendwas dabei zu sein. Zwar blockiert mich jetzt meine Mutter bei meinen Zukunftsplänen nicht mehr, was grossartig ist, doch nutzlos weil ich keine Arbeit mehr habe. Ich habe nichts und niemanden mehr. Ich bin auf mich alleine gestellt und habe es vermasselt. Ich bin zurecht gefeuert worden und jetzt kann ich es mir nicht mehr leisten, auch nur an eine eigene Familie zu denken. Entweder bleibe ich hier hängen oder sonst ruft der Fullcybersimulator Zuhause.“

„Ich lasse dich nicht mein iD’ benutzen. Du hast absolut recht, du kannst und sollst auch die Chance haben, es besser zu machen mit einer eigenen Familie. Mit unserer Familie.“, sagte Allegra und küsste Dany.

 

Allegra wurde ernst und sagte: „Mein Leben ist kompliziert. Meine Eltern werden keinen Freund an meiner Seite akzeptieren. Meine Rückkehr wird eine Entscheidung sein und es gibt dabei keine halben Sachen. Ich habe mich für dich entschieden und es gibt nur eine Möglichkeit, das auch meinen Eltern zu zeigen. Es ist vielleicht etwas überstürzt, aber wenn man es genau bedenkt, ist es das eigentlich nicht. Wir kennen uns wirklich. Es ist eine gefestigte Entscheidung, die ich mir lange und gut überlegt habe. Ich möchte nicht, dass du glaubst, es habe nur mit meinen Eltern zu tun.“

Lächelnd und aus ihrem Herzen sagte Allegra weiter: „Was ich eigentlich damit sagen wollte ist, willst du mich heiraten?“

„Ja!“, sagte Dany aus tiefstem Herzen, derzeit nicht in der Lage dazu, noch etwas hinzuzufügen.

 

Mila erschien fragend an der Tür und Allegra sagte überglücklich: „Er hat ja gesagt!“

„Wieso hast du dich für mich und gegen den Wunsch deiner Eltern entschieden?“, fragte Dany Allegra, während schon die ersten Gratulanten jubelnd im Zimmer erschienen.

„Es ist keine Wahl gewesen, es gibt keine Wahl. Keiner hat es erzwungen oder herbeigeführt, es ist natürlich gekommen. Es musste einfach so sein, es muss.“, sagte sie und wurde dabei einen Moment ganz ernst.

 

Ein bescheidenes, aber schönes Verlobungsfest liess alle für einen Moment den überraschenden Kälteeinbruch und seine Konsequenzen vergessen und sie verbrachten einen wundervollen Abend.

Der überraschende Wintereinbruch führte dazu, dass die wenigen Baumhäuser am Marktplatz allen Bewohnern eine Unterkunft bieten mussten, wodurch sie ziemlich überbevölkert waren. Die Platzverhältnisse fielen mehr als bescheiden aus, dennoch stand den beiden frisch Verlobten ein eigenes Zimmer zur Verfügung.

Eine Liebesnacht später erwachten die beiden glücklich in ihrem Baumhauszimmer. Dany stand auf um Frühstück zu holen, als ihm ein Bild an der Zimmerwand auffiel. Es zeigte ein königliches Gebäude auf einem Hügel, ein Regierungshügel, was ihn an seinen Traum erinnerte. Den Traum, in dem auch Allegra wieder auftauchte.

„Sag mal kann es sein, dass ich dich auf der Freundesliste von Henry bei HeadQnetz gesehen habe?“, fragte Dany.

„Ja. Er entwickelt etwas für den Familienbetrieb.“, sagte Allegra.

Allegras ‚Ja’ liess sein glückliches Gefühl sofort verschwinden und ein ungutes Gefühl der Besorgnis stieg in ihm auf. Etwas aus seinem Traum hatte sich bewahrheitet und er fürchtete für einen Moment, dass mehr an seinem Traum dran gewesen war, als er sich eingestehen wollte. Wenn er sich bloss erinnern könnte. Kurze Zeit versuchte er intensiv, sich an seinen Traum zu erinnern.

Endlich nach all den Jahren, erfüllte sich sein Wunschtraum und er war mit Allegra zusammen. Er wollte nicht zu einem dieser Menschen werden, die immer nach Glück strebten und wenn sie es dann erhalten hatten, es sich nicht erlaubten, wirklich glücklich zu sein. Er glaubte schliesslich nicht an Visionen und selbst wenn, zeigten sie wie bei Sarah sowieso nur etwas Unvermeidliches. Wie sogar Mila ganz richtig feststellte, sollte er weiter an seiner Zukunft arbeiten und nichts anderes tat er momentan. Er hörte auf, an den Traum zu denken. Er konzentrierte sich lieber auf das Offensichtliche und konnte sich darüber wirklich nicht beklagen. Er lächelte Allegra an und sofort kam sein Glücksgefühl wieder zurück.

Sein Kurzzeitgedächtnis schien Allegras Antwort nach dem ‚Ja’ weiter gespeichert zu haben und wiederholte diese, sodass er nicht nachfragen musste, obschon er ihr nach dem ‚Ja’ nicht bewusst zugehört hatte.

Dany sagte: „Soweit ich weiss, hat Henry in der letzten Zeit hauptsächlich für Moonaspace gearbeitet.“

„Ja, Moonaspace gehört zu unserem Familienbetrieb, dem Move-Konzern.“, antwortete Allegra.

In Dany stieg ein fantastisches und gleichzeitig ein grausames Gefühl auf. Er hatte ja keine Ahnung, womit Allegras Familie ihr Geld verdiente. Jetzt repräsentierte sie den Weg zu seinem Lebenstraum, einem Job bei Moonaspace. Trotzdem wollte er sie doch nicht ausnutzen, sie war ihm viel zu wertvoll dafür. Einen Moment lang erwägte er es, sie zu verlassen um sie ja nicht glauben zu lassen, er sei nur wegen ihres „Familienbetriebs“ mit ihr zusammen. Andererseits spielte er nicht die Rolle in einer inhaltsarmen, romantischen Komödie, in der sich das offensichtliche Paar aus Streckungsgründen am Anfang des dritten Akts trennen musste. Sie wollten zusammen sein und selbst wenn er nun weg gehen würde, sie kämen auf jeden Fall wieder zusammen. Also blieb er. Er entschied allerdings, noch mehr für seinen Job zu trainieren.

 

Da Dany sein Training Allegra gegenüber schon zuvor erwähnt hatte, lag es für Allegra auf der Hand, ihm den Job bei Moonaspace anzubieten. Die beiden fühlten sich unglaublich wohl in der Gegenwart des anderen, sie waren mehr sich selber als irgendwann sonst und sie verhalfen sich zu einer Art von Klarheit, die beiden recht unbekannt vorkam. Dieser Klarheit war es zu verdanken, dass Allegra Danys Situation gänzlich verstand und ihm den Job so anbieten konnte, dass Dany ihn ohne schlechtes Gewissen annehmen konnte. Und das tat er auch.

Die Leichtigkeit im Umgang mit dem Leben, die in Allegras Worten mitschwang, griff auf ihn über und plötzlich vergingen all seine Sorgen. Mit seinem Job konnte er sich ein gutes Leben finanzieren, ein Leben, wie er es sich immer für seine Familie wünschte. Er brauchte sich keine Sorgen mehr darüber zu machen, im Simulator zu landen. Es fühlte sich an, als könne nichts Schlimmes passieren, für alles würde gesorgt sein und er hatte dazu noch Allegra an seiner Seite. Für Dany hatte sich das Leben auf weit mehr Ebenen verändert als für Allegra, was in ihm unerwartete Glücksgefühle auslöste. Allegras Art erlaubte es ihm, diesen Zustand ganz selbstverständlich in vollem Masse zu geniessen.

 

Sobald Dany das Baumhaus verliess, trat Zentia herein. Sie wartete einen Moment bis Dany ausser Hörweite war und sagte dann zu Allegra: „Ich sollte eure Verlobung dringend deinem Vater berichten.“

„Das kommt nicht in Frage.“, sagte Allegra.

„Deine Heirat mit Levon stellt einen wesentlichen Bestandteil in seinem Plan zur Erlangung der unsichtbaren Krone dar. Eine andere Hochzeit kommt niemals in Frage.“, sagte Zentia.

„Der einzige Grund, warum ich diese Reisen zu den verschiedensten Völkern unternehme, besteht darin, dass ich so vieles wie möglich über die Menschen erfahren kann, um meinen Vater mit diesen Informationen zu unterstützen. Weder in dieser, noch in der anderen Welt habe ich eine vergleichbare Verbindung gefunden, wie diejenige zu Daniel. Daher erachte ich es als meine Pflicht, so viel wie möglich darüber zu erfahren. Erst dann werde ich zurückkehren und dann natürlich auch meine Pflicht erfüllen. Also sorge dich nicht um etwas, was deinen Horizont übersteigt. Berichte lieber, dass ich meinen Aufenthalt hier noch etwas verlängere, da sich eine neue Lernchance eröffnet hat.“, sagte Allegra ungewohnt kühl.

„Wie du wünschst. Der Wagen steht selbstverständlich noch immer jederzeit bereit.“, sagte Zentia und ging.

 

Bis zum Abend hatte sich der Marktplatz in eine märchenhafte Schnee- und Eiswelt verwandelt. Man arrangierte sich mit dem Schnee und formte damit schöne Statuen, aber auch Höhlensysteme und Iglus, die als Unterkünfte dienten. Allegra und Dany schlenderten durch die kleinen Gassen im Schnee als Dany sagte: „Ich habe nochmals mit Frank gesprochen. Wie es aussieht ist es unmöglich, in den nächsten drei Monaten in die Stadt zu kommen. Sie können es sich nicht leisten, den Lieferwagen ohne Ware in die Stadt zu schicken, denn ohne die Einkünfte aus den Verkäufen können sie sich das Tanken nicht leisten und kommen danach nicht mehr zurück. Wir müssen also noch etwas zuwarten. Aber so kann ich Frank länger helfen, schliesslich hat er mein Leben gerettet.“

„Es ist schade. Ich kann es kaum erwarten, unser gemeinsames Leben in unserer eigenen Welt zu beginnen. Doch bis dahin haben wir hier ja immer noch uns!“, sagte Allegra.

Die beiden assen gemeinsam mit Mila zu Abend, die jeden Tag zugedröhnt war. Allegra, die sich bestens mit Mila verstand, redete erneut auf sie ein, ihren Drogenkonsum unter Kontrolle zu halten, da man bei Sarah eben gesehen habe, wozu dies führe. Mila versicherte, das Rauchen nur als Meditationshilfe zu verwenden. Doch es war nicht nur das. Danys Leben und sein Liebesglück verunsicherten Mila in ihrer Lebensweise zunehmend.

 

Die verschneiten Wochen gingen vorbei und beide fühlten sich, als könnten sie endlich den langersehnten, glücklichen Anfang ihrer Liebesgeschichte, die mit so vielen Verzögerungen erschwert wurde, nun in vollen Zügen geniessen. Mit der Zeit genoss es Dany, Frank bei seiner handwerklichen Arbeit zu helfen. Sein Traumjob änderte sich dadurch nicht, er befand sich noch immer in froher Erwartung darauf. Trotzdem, der Aufenthalt hatte etwas so Echtes an sich. Die Kleidung, die Fahrzeuge, die Kommunikation: Alles schien das Erleben in seiner Welt, im Vergleich hierzu, unechter zu machen. Hier realisierte er den Weg zu einer Hütte noch wirklich, während der Komfort seiner Welt, ihn eine Reise kaum mehr realisieren liess. Er hatte nichts gegen den Fortschritt seiner Welt. Er empfand diese Erfahrung eher als eine Bereicherung, und es half ihm den Wunsch seiner Mutter zu verstehen, an diesem Ort leben zu wollen.

 

Obschon sowohl Dany als auch Allegra, die Abgeschiedenheit von der Welt genossen, vermissten sie ihre gewohnte Welt in der Einöde des verschneiten Waldes und sahen den Ort teils als trostlosen Rahmen für ihren Aufenthalt an. Sie erfreuten sich umso mehr aneinander und ihrer Verliebtheit, in einem zeitlichen Ausmass, welches die Verpflichtungen ihres normalen Alltags, nie zugelassen hätte. Obgleich es überall so gewesen wäre, empfanden sie einander in diesem Rahmen umso mehr, als das einzig Interessante weit und breit.

 

Dany und Frank sortierten das Papierlager. Da die Temperaturen es zuliessen, hatten sie sich einen kleinen Campingplatz am Fluss eingerichtet, um dort nach kurzen Pausen, gleich wieder weiterarbeiten zu können.

Allegra besuchte Dany an diesem Platz. Während sie auf seine nächste Pause wartete, lag sie vergnügt lächelnd am Feuer, auf einer Liege, die Dany gebaut hatte. Sie hatte für diesen Tag genug in der Schneiderei gearbeitet und gönnte sich nun ein Glas Beerensaft. Sie trug dabei mehrere Schichten von einfachen Baumwollkleidern, wie es alle zu dieser Zeit taten. Ihre Kleider und auch ihre Frisur unterschieden sich nun nicht mehr im Geringsten von den Kleidern der anderen. Einem objektiven Beobachter wäre nun aufgefallen, dass Allegra etwas dafür tun musste, um sonst so gut auszusehen – doch für Dany sah sie auch so wunderschön aus, er sah nicht mal einen Unterschied.

Zentia kam zu Allegra und sagte: „Die Lernchance scheint nicht mehr nur eine Lernchance zu sein - so wie es aussieht. Was willst du tun? Wenn sie heute noch genügend Papiere finden, die sie verkaufen können, kannst du nichts mehr gegen eure Reise in die Stadt unternehmen.“

„Das Erlebte bringt mich zur Frage, wie viel Macht von der unsichtbaren Krone ausgehen kann, beeinflusst sie doch nur Details im Verhältnis zum wahren Leben. Weiter frage ich mich, welche Opfer das Erlangen der Krone wert sind. Ich werde mit Dany zurückkehren. Du kannst sie schon mal vorwarnen.“, antwortete Allegra.

 

Als Dany erschien, sprang Allegra auf und sagte besorgt: „Es ist noch nicht so warm. Zieh lieber ein Sweatshirt an, nur im Unterhemd erkältest du dich noch.“

Dany zog es an, küsste sie zur Begrüssung und sagte: „Du siehst wunderschön aus!“, dann fügte er mit Stolz in der Stimme an: „Es sieht gut aus. Wir können wohl mehr retten, als wir dachten. So können wir diese Einöde bald verlassen und endlich nach Hause reisen.“

„Dann werden wir ja sehen, ob nur unvollendete Geschichten ein Happyend haben.“, fügte Allegra etwas betrübt an.

„Wie meinst du das?“, fragte Dany.

„Hier gibt es nur dich und mich. Doch Zuhause kommt der Alltag, die ganzen Verpflichtungen, meine Familie, die Firma und das Ganze. Wir leben dort nicht mehr als die Menschen, die wir hier sind. Und ich bin mir nicht sicher, was mein Vater zu dem Ganzen sagen wird.“, sagte Allegra.

„Allegra, es ist ganz egal, welche Herausforderungen auf uns zu kommen werden. Vielleicht wird es Dinge geben, die uns verängstigen, doch es sind nur Dinge! Wir sind zusammen, das ist das einzig wichtige Ding. Du bist nicht allein, wir haben einander. Es wird jemand da sein, wir müssen die Dinge nicht mehr alleine machen.“, sagte Dany, der seit seiner Verlobung mit Allegra und vielleicht auch mit dem Hintergedanken an seinen neuen Job, absolut keine Zukunftsängste mehr kannte.

Seine Zuversicht und die Geborgenheit, die sie bei ihm fühlte, beruhigten Allegra.

 

 

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