Autoreninterview


Interview mit M.L. Hagmann, dem Autor von 2025 Der letzte Milliardär:

Dein zweites Buch. Warum spielt die Fortsetzung von 2041 im Jahr 2025 - also früher?

2041 St.Winterzürich ist für mich ziemlich nahe an der Realität. Natürlich sind verschiedene Dinge etwas überzogen, doch im Grossen und Ganzen Leben die Menschen dort so wie heute. Oder besser so, wie man das Leben in der Zukunft heute erwartet. Ich wollte jedoch in dieser Bücherreihe aufzeigen, wie das Leben ebenfalls sein könnte. Um die Berechtigung für eine ganz andersartige Welt zu schaffen, war ein Schritt zurück notwendig. Darum spielt die Fortsetzung im Jahr 2025.

 

Was meinst du mit andersartig?

Dies aufzuzeigen wird Thema des dritten Romans werden. Bei 2025 Der letzte Milliardär geht es um die Berechtigung, überhaupt über eine komplett andere Zukunft nachzudenken.

 

Dazu ist eine Berechtigung notwendig? Wenige Menschen würden doch die Welt, wie sie ist als perfekt bezeichnen…

Das kann sein. Die Menschen organisieren sich, um zu verbessern - egal ob in Parteien, Gewerkschaften, Firmen oder Konzernen. Doch der Punkt, bei dem ich ansetze, wird von den meisten Menschen wohl gar nicht in Erwägung gezogen.

 

Welcher Punkt wäre das?

Sehr kurz gefasst ist es das Problem, für einen anderen Menschen als für sich selber zu arbeiten. Dieser Satz drückt allerdings nicht die Tragweite dieser Aussage aus. Dazu wäre ein ganzes Buch notwenig - doch das existiert ja…

 

Dann sollen also alle Menschen einer selbstständigen Arbeit nachgehen?

Nicht wirklich. Selbstständigkeit existiert heute eigentlich nicht, denn selbst ohne Chef, befielt einfach der Kunde. Bei meiner Idee geht es eher um Unabhängigkeit. Wenn jeder Mensch unabhängig wäre, wären es auch Länder. Man müsste weniger oder gar keine Kompromisse eingehen, die niemandem wirklich gefallen - doch wozu man heute gezwungen ist.

 

Das heisst konkret?

Wenn eine Firma bei einem Einstellungsgespräch, dem neuen Mitarbeiter 6 Wochen Ferien anbietet, würde wahrscheinlich niemand nein sagen. Wenn wir darüber abstimmen können, wird eine solche Initiative allerdings abgelehnt. Das ist nur ein Beispiel von vielen, das zeigt, dass wir heute unter Zwang und nicht in Freiwilligkeit leben. Das finde ich etwas tragisch.

 

Für dieses Abstimmungsresultat gibt es nachvollziehbare Gründe. Wettbewerbsnachteile, bereits sehr hohe Lohnkosten die weiter steigen würden, drohender Verlust von Arbeitsplätzen, Arbeitsplätze die ins Ausland verlagert werden müssten…

Alles Zwang, ungewollte Kompromisse, keine Freiwilligkeit.

 

Mehr Unabhängigkeit wäre also erstrebenswert. Warum dann der letzte Milliardär? In der gegenwärtigen Welt sind es doch Milliardäre, die am ehesten unabhängig sind.

Eine gute Frage. Natürlich ist nicht jeder Milliardär unabhängig. Besonders die Milliardäre, die eher von der Gesellschaft toleriert sind, die eine eigene Firma aufgebaut haben und immer noch aktiv ihrer Arbeit nachgehen, sind nicht unabhängig. Sie tragen die Verantwortung für ihre Mitarbeiter, müssen Entscheidungen treffen die viele Menschen tangieren usw. Doch nehmen wir einen Milliardär, der sein Vermögen geerbt hat. Er kann über seine Lebenszeit frei bestimmen, ein Leben in Fülle führen, weiss seine Existenz jederzeit gesichert, kann tun was er möchte, unterstützen was ihm gefällt… So jemand ist unabhängig, theoretisch.

 

Theoretisch?

Ja, denn er ist schliesslich immer noch ein Mensch und von daher in eine soziale Struktur eingebettet. Von den wenigen Milliardären auf der Welt, gehört dieser Milliardär zu der kleinen Gruppe, die unabhängig ist - also sieht er sich mit dem Problem konfrontiert, dass fast niemand so ist, wie er. So wird dieser Milliardär auf Neid stossen, oder sich von seiner grosszügigen Seite zeigen müssen. Keine schönen Alternativen, wiederum wenig Freiwilligkeit.

 

Also soll dieser Lebensstil der Milliardäre aufgelöst werden, zum Wohle der Allgemeinheit? Da auch Milliardäre Probleme haben und nicht glücklich sein können?

Nein, definitiv nicht. In der Natur gibt es nur Fülle, keine Knappheit. Ich sehe keinen Grund, warum die Menschen nicht in Fülle leben sollen - zumal es ja möglich wäre. Der letzte Milliardär bezieht sich eher darauf, dass diese Bezeichnung „Milliardär“ überflüssig wird, weil es nichts Exklusives oder Erwähnenswertes mehr ist. Um beim Ferien-Beispiel zu bleiben: Wenn dein ganzes Umfeld den Sommer über arbeiten muss und nur du diese Zeit frei hast, gibt es einen Moment, wo du dich über dein Glück freust. Du hast etwas, was die anderen nicht haben. Doch nach einer Woche ganz alleine wird dir langweilig und du hättest Freude daran, wenn auch dein Umfeld frei hätte. Exklusivität verliert in ihrer Konsequenz seinen Reiz…

 

Wenn niemand mehr für einen anderen arbeitet, woher kommen die ganzen Produkte, die eine solche Fülle garantieren sollen?

Dies ist wiederum kein Problem. Mit Technologie lässt sich alles lösen. Während der meisten Zeit dieses Planeten dachten die Menschen der Vergangenheit, dass nur Vögel fliegen können. Das Flugzeug hat uns eines Besseren belehrt…

 

Das Flugzeug entstand allerdings nur, dank der Arbeit von Menschen, die für andere Menschen gearbeitet haben…

Das ist wahr. Doch bei dem technologischen Fortschritt, wird uns irgendwann die Arbeit ausgehen. Ziemlich bald, wenn man sieht, was unternommen wird, um künstlich Arbeit zu erschaffen (Geräte die nach der Garantie kaputt gehen, Krieg…)

 

Nun leben wir in der Schweiz, einem der reichsten Länder der Erde. Wir haben keine Rohstoffe, offensichtlich sind wir Meister darin, andere für uns arbeiten zu lassen.

Ein Sieger bedingt immer viele Verlierer, das liegt in der Natur dieses Denkkonzepts. Doch dazu möchte ich jetzt nicht all zu viel sagen. Es ist, wie es ist. Die Frage ist doch, wie gehen wir nun damit um? Im Moment liegt der Fokus darauf, immer mehr anzuhäufen. Allerdings hätten wir gleichzeitig die Möglichkeit, mit unserem Reichtum das zu entwickeln, was für ein unabhängiges Leben aller Menschen, nötig wäre. Wir hätten die Mittel - im Moment noch. Schliesslich hat die Geschichte gezeigt, dass sich keine Grossmacht für immer halten kann. Also wäre dies der Augenblick, es anders zu machen. 

 

Wenn wir nun die Möglichkeiten und den Willen hätten, den Menschen Unabhängigkeit zu schenken - was würden sie dann tun? Wie sähe ihr Leben ohne Arbeit aus?

Irgendwie eine bedenkliche Frage… Doch dies wird wiederum eher Thema meines dritten Buches werden. In groben Zügen würde ich sagen, wenn sich die Menschen von der fremdbestimmten Arbeit verabschiedet hätten, könnten sie ihr Leben selber definieren und das tun, wozu sie hergekommen sind. Ein erstrebenswerteres Ziel als das jährliche Verdoppeln eines Umsatzes, würde ich sagen…

 

Die Menschen tun nicht gleich viel. Wie sollte in einer solchen Welt ein Ausgleich der Arbeitsleistung, eine Belohnung aussehen?

Jeder hat seine eigenen Massstäbe und ist sein eigener Richter. Man lebt hauptsächlich für sich selber. Die Erfahrung ist die Belohnung. Es gibt keine fremden Urteile. Der Ingenieur eines Space-Shuttles braucht sich dank seiner Intelligenz vielleicht weniger für seine Arbeit anzustrengen, als eine Reinigungskraft. Ein Ausgleich ist also überflüssig. Der Wert eines Menschen lässt sich nicht anhand seines Bankkontos oder seiner Arbeitsleistung messen. Alle Menschen haben die gleiche Existenzberechtigung, sonst würden sie nicht existieren.

 

All diese Fragen sind Bestandteil deines Buchs „2025 Der letzte Milliardär“?

Ja. Doch es ist ein Roman, also gibt es eine spannende Geschichte, in der sich diese Themen unaufdringlich verbergen. Die Hauptfigur ist ein Milliardär, also gibt es auch ein Leben in Fülle zu erlesen, sowie technologische und spirituelle Highlights… Das kostenlose Bilderbuch zum Roman gibt einen ersten Eindruck vom Buch.

 

 

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